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Fair Trade Town

Wolfratshausen bewirbt sich für den Titel

Fairer Handel als angewandte Friedenspolitik

60 Sklaven halten wir uns im Durchschnitt, sagt BWL-Professorin Hartmann
(Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg):


Weil wir Kleidung tragen, Auto fahren, oder ein Smartphone benutzen.
Unser Wunsch nach immer günstigeren Produkten, aufgegriffen und umgesetzt von der Wirtschaft, mache uns alle zu modernen Sklavenhaltern von Menschen, die darauf angewiesen sind, miserable Arbeitsbedingungen zu akzeptieren, um zu überleben. Oft führen die ökonomisch desolaten und sozial instabilen Verhältnisse zu Korruption, zu politischen und militärischen Unruhen, deren Folgen in Europa insbesondere als Flüchtlingsbewegungen deutlich spürbar werden:

Die Welt rückt näher.

Garantierten die sogenannten global players jedoch existenzsichernde Löhne und ökologische Mindeststandards in den produzierenden Ländern, würden viele Ursachen von Flucht und Verfolgung schon im Keim erstickt.
Fairen Handel betreiben heißt folglich, angewandte Friedenspolitik zu betreiben.
Fairen Handel zu fördern heißt, die Ursachen von Verfolgung, Bürgerkrieg und Flucht vor Ort zu bekämpfen.
Wie kann das im Einzelnen gehen? Wir können die Globalisierung sicherlich nicht abschaffen. Wir können aber die Spielregeln ändern, indem wir konkrete und ideelle Zeichen setzen. Die im letzten Jahr vom Stadtrat einstimmig befürwortete und Mitte des Jahres gegründete Steuerungsgruppe ‚Fairtrade-Stadt Wolfratshausen‘ hat sich genau das zum Ziel gesetzt:
Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu vernetzen, um den fairen Handel auf kommunaler Ebene zu fördern.
Als ideelles Zeichen für das Engagement Wolfratshausens in diesem Bereich, soll das Siegel ‚Fairtrade-Stadt‘ erworben werden.

Die Stadt Wolfratshausen hat sich am 21.04. 2015 mit einem Stadtratsbeschluss zur intensiven Förderung des fairen Handels bekannt.

Am 14.10. 2015 hat die Steuerungsgruppe „Fairtrade Stadt Wolfratshausen“ ihre Arbeit aufgenommen.

Ziel des Projekts ist die Auszeichnung Wolfratshausens mit dem Titel „Fairtrade Town“, als einer Kommune, die sich für gerechte Produktionsbedingungen sowie soziale und umweltschonende Herstellungs- und Handelsstrukturen in Entwicklungsländern einsetzt. Aktuell sind deutschlandweit 374 Kommunen mit dem Titel „Fairtrade Town“ zertifiziert.   

Bei der Umsetzung des Zieles einer „Fairtrade Stadt Wolfratshausen“, ist der Stadtrat auf die Unterstützung der Wirtschaft, der Vereine und engagierter Einzelpersonen als Kooperationspartner und Multiplikatoren angewiesen. Die gegründete Steuerungsgruppe ist dabei eine wichtige Institution und trifft sich vierteljährlich. Sie setzt sich aus Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Interessensgruppen in Wolfratshausen zusammen.

Mitglieder der Steuerungsgruppe

  • Helga Hacibekiroglu (Stadtverwaltung Wolfratshausen)
  • Dr. Ulrike Krischke (Stadtratsmitglied)
  • Fritz Meixner (Kinder- und Jugendförderverein Wor e.V.)
  • Rainer Pfirrmann (** Katholische Kirche)
  • Gabriele Reith (Bund Naturschutz)
  • Marianne Robitsch und Hannelore Schaumburg (Weltladen)
  • Ingrid Schnaller (Werbekreis Einkaufstadt Wolfratshausen e.V.).

Kontakt

Dr. Ulrike Krischke
Sprecherin der Steuerungsgruppe „Fairtrade-Stadt Wolfratshausen“
Am Waldrand 2
82515 Wolfratshausen
E-Mail

Li.: Dr.Ulrike Krischke mit Besucherin der ILOGA

Was ist Fairtrade?

Fairtrade Deutschland (TransFair e.V.)

Seit über 20 Jahren unterstützt TransFair e.V. benachteiligte Produzentengruppen in Entwicklungsländern. Fairtrade verbindet Produzenten und Konsumenten und unterstützt Kleinbauernfamilien und Plantagenarbeiter im globalen Süden, damit sie die Armut aus eigener Kraft überwinden, ihre Stellung stärken und ihr Leben selbst bestimmen können.

Als gemeinnütziger Verein handelt TransFair e.V. nicht selbst mit Waren, sondern vergibt das Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte und fördert das Bewusstsein für einen nachhaltigen Konsum.

TransFair wird von rund 30 Mitgliedsorganisationen aus den Bereichen Entwicklungszusammenarbeit, Kirche, Sozialarbeit, Verbraucherschutz, Genossenschaftswesen, Bildung, Politik und Umwelt getragen. Die Mitgliedsorganisationen, darunter Misereor, Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst und die Welthungerhilfe, unterstützen TransFair mit konkreten Aktionen und tragen die Idee des fairen Handels in ihre Netzwerke.

Was sind Fairtrade-Towns?

Fairtrade-Towns Steuerungsgruppe

Fairtrade-Towns fördern gezielt den fairen Handel auf kommunaler Ebene und sind das Ergebnis einer erfolgreichen Vernetzung von Personen aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft, die sich für den fairen Handel in ihrer Heimat stark machen. Und das nicht ohne Grund, denn das Thema fairer Handel liegt im Trend: In Deutschland wächst zunehmend das Bewusstsein für gerechte Produktionsbedingungen sowie soziale und umweltschonende Herstellungs- und Handelsstrukturen.
Auf kommunaler Ebene spielt der faire Handel in allen gesellschaftlichen Bereichen eine wichtige Rolle, zunehmend auch bei der öffentlichen Beschaffung.

Das Fairtrade System
Jahresbericht 2015/2016