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Brody

Броди

Parkanlage im Zentrum

Am Beginn der offiziellen Städte-Freundschaft zwischen Brody und Wolfratshausen stand eine Grußbotschaft von Bürgermeister Bogdan Prytulski an seinen Wolfratshausen Kollegen Reiner Berchtold im Jahre 2001, die Richard Dimbath in seiner Funktion als 1. Vorsitzender des Vereins „Osteuropahilfe“ überbrachte. Die Brücke hierzu hatte der damalige dritte Bürgermeister Dr. Thomas Lange als Freund von Richard Dimbath geschlagen.
Noch bei der Übergabe dieses Briefes fragte Richard Dimbath Bürgermeister Berchtold, ob er nicht einmal eine humanitäre Hilfsfahrt in die Ukraine begleiten wolle. So geschah es im Jahre 2002, daß Reiner Berchtold zusammen mit Stadtrat Peter Struzyna die Crew der humanitären Hilfe aus den Landkreisen Starnberg und Wolfratshausen nach Brody  mit 3 großen, 35 Tonner  Sattelzügen begleitete. Eine Stadt im ehemaligen „Galizien“, in die der Verein bereits seit mehr als 15 Jahren humanitäre Hilfsgüter überbringt.

Schweißtreibende Abladearbeiten und eine 3 tägige, mühsame Anreise flankierten diese erste Reise eines  Wolfratshauser Bürgermeisters in die westukrainische Stadt Brody, gefolgt von einem tiefen Schock bei der Besichtigung des dortigen Kreiskrankenhauses. Diese Erlebnisse zeigten allen Teilnehmern einmal mehr die Notwendigkeit der Überbringung von Hilfsgütern, wie Kleidung, Bettwäsche, Krankenbetten, Rollstühle, Schulmöbel, Haushaltsgeräte, Computer, Hörgeräte uvam. in das osteuropäische Land.

Die Erlebnisse dieser ersten persönlichen Begegnung der beiden Bürgermeister und die spätere Vertiefung der freundschaftlichen Beziehungen folgte im Jahre 2003 die offizielle Einladung zur 1000 Jahrefeier von Wolfratshausen, zu der eine ansehnliche Crew aus Brody mit Bürgermeister Bogdan Prytulski und Landrat  Wolodymyr Petruschka an der Spitze  angereist kam. Im Zusammenhang der Feierlichkeiten wurde als Gastgeschenk aus Brody ein handgeschmiedeter, ca.2,5 Meter hoher und ca. 200 Kg schwerer „Freundschaftbaum“ überreicht, dessen Ursprung auf die gemeinsame Idee von Richard Dimbath und dem  Schmied Miron Schust aus Brody zurückgeht. Dieser Freundschaftsbaum hat heute im Zusammenhang mit anderen Gastgeschenken der Partnerstädte von Wolfratshausen einen Ehrenplatz am Loisachufer im Zentrum der Stadt und wurde von 5 privaten Sponsoren finanziert.

Einen weiteren, signifikanten  Höhepunkt erlebte die Städtefreundschaft zwischen Wolfratshausen und Brody im Sommer des Jahres 2005, als in Brody  auf dem „Platz der Freundschaft“ ein „Freundschaftsdenkmal in Granit“ mit Inschriften feierlich eingeweiht wurde, in denen die Freundschaft zwischen der ukrainischen Stadt Brody und der deutschen Stadt Wolfratshausen ihren Niederschlag auch für spätere Generationen fand. Ergänzt wurde die auch von den örtlichen Kirchen feierlich zelebrierte  Einweihungsfeier mit dem Pflanzen zweier „Bäume der Freundschaft“ durch die beiden Bürgermeister Prytulski und Berchtold bei strahlendem Sommerwetter, wozu die Gäste aus Bayern eigens Bier mitgebracht hatten.

Bürgermeister Bogdan Semtschuk, der im Sommer 2007 seinen ersten offiziellen Antrittsbesuch in Wolfratshausen absolvierte, wurde von einer Crew der dortigen Musikschule hat ihn begleitet. Sie brachte der Stadt  an der Loisach einen  „kulturellen Flair“ aus der Ukraine anlässlich eines Partnerschaftsfestes mit.


Am  9. Juli 2009 wurde der Freundschaftsvertrag zwischen Brody und der Stadt Wolfratshausen von Bogdan Semtschuk und 1 Bürgermeister Helmut Forster unterzeichnet.

 

Anatolij Belej wurde im Jahr 2010 zum neuen Bürgermeister der Freundschaftsstadt gewählt.

Kommunaler Erfahrungsaustausch zwischen Wolfratshausen und Brody

Am kommenden Sonntag, 23.April, macht sich eine sechsköpfige Besuchergruppe der Osteuropahilfe auf den Weg in die  Ukraine. Ziel ist einmal die Hauptstadt der westlichen Ukraine Lemberg sowie das mit Wolfratshausen freundschaftlich verbundene Brody, rund 100 km östlich von Lemberg gelegen.
Dessen Bürgermeister hat in einem Schreiben an seinen Wolfratshauser Amtskollegen Klaus Heilinglechner den Wunsch geäußert, im Rahmen der vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unterstützten Förderung deutsch-ukrainischer Kommunalbeziehungen, mit  der Stadt Wolfratshausen näher zusammen zu arbeiten. Das sogenannte Schnellstarter-Paket Ukraine wird 2017 und 2018 aufgelegt und fördert finanziell den Aufbau und die Belebung partnerschaftlicher Zusammenarbeit von deutschen und ukrainischen Kommunen.
Im Auftrag der Stadt Wolfratshausen wird die Besuchergruppe bei ihrem Treffen mit dem Bürgermeister von Brody, Anatolij Beley, die Bereitschaft der Stadt Wolfratshausen zur gemeinsamen Nutzung der ausgeschriebenen Fördermaßnahmen überbringen.
Daneben wird die Besuchergruppe die Fertigstellung der von der Osteuropahilfe an die Polyklinik in Brody gespendete komplette Zahnarztpraxis für Bedürftige überprüfen sowie  das gleichfalls unterstützte Strassenkinder Projekt Oberrih aufsuchen. Auch die Sozialkommune für entlassene Straftäter, der die Osteuropahilfe erst vor kurzem mit einer neuen Heizungsanlage aus einer Notsituation spontan helfen konnte und in der nach wie vor rund 30 ukrainische Binnenflüchtlinge untergebracht sind, wird besucht.
Auf dem Programm steht auch ein Besuch der Internatsschule für hörbehinderte Kinder in Pidkamin (bei Brody), in der auch in diesem Herbst wiederum die Akustiker Gruppe der Osteuropahilfe eine Arbeitswoche zur hörtechnischen Versorgung der über 100 Schüler verbringen  wird.
In Lemberg werden  die von der Osteuropahilfe subventionierte Suppenküche des Ordens Miles Jesu sowie die von hiesigen Paten unterstützten Familien mit behinderten Kindern besucht.