Seit 1987 hat die Stadt Wolfratshausen eine freundschaftliche Verbindung mit der Stadt Iruma im fernen Japan. "Schwesterstadtvertrag" nennen die japanischen Freunde liebevoll diese Partnerschaft. Die ersten Beziehungen reichen bis in das Jahr 1981 zurück.
Damals gastierte erstmalig das Orchester der Musashino Musikakademie aus Tokyo in der Wolfratshauser Loisachhalle. Das Konzert – unter Leitung von Herrn Prof. Josef Zilch aus Neufahrn, Kulturpreisträger der Stadt Wolfratshausen – war ein großer Publikumserfolg. Wie sich erst später herausstellte, liegt der Campus der Musashino Musikakademie in Iruma.

Im Zuge der Vorbereitung für die 20-jährige Stadterhebungsfeier von Iruma schlug der dafür eigens gegründete Festausschuss vor, Schwesterstädte im In- und Ausland zu suchen. Nachdem es keine konkreten Kandidaten für die Verhandlungen gab, nahm der Festausschuss Kontakt mit der Musashino Musikakademie auf. Die Verantwortlichen im Rathaus wussten, dass dort ein deutscher Professor – Benno Hallerstede – tätig ist. Er wurde zur Situation in Deutschland befragt. Schnell war somit auf diesem Umweg der Kontakt zu Prof. Zilch hergestellt und schon war aus japanischer Sicht die Stadt Wolfratshausen in der engeren Wahl. Neben diesen persönlichen Verbindungen waren den Verantwortlichen im Rathaus von Iruma noch drei weitere Kriterien wichtig: Beide Städte liegen an Flüssen, beide Städte liegen im so genannten "Speckgürtel" einer Großstadt (Tokyo bzw. München) und beide Städte haben ein Industrie- und Gewerbegebiet. Die unterschiedlichen Einwohnerzahlen – Iruma jetzt 170.000, Wolfratshausen jetzt ca. 16.500 – waren von untergeordneter Rolle. Als Städtebotschafter fungierte somit seit 1985 Herr Prof. Josef Zilch. Im August 1985 kam es zu ersten schriftlichen Kontakten zwischen den beiden Stadtverwaltungen. Der damalige Bürgermeister der Stadt Iruma, der inzwischen verstorbene Jinpei Mizumura, schrieb an den damaligen 1.Bürgermeister der Stadt Wolfratshausen Erich Brockard und informierte ihn, dass die Stadt Iruma "gerne Wolfratshausen als Schwesterstadt haben würde".

Es folgte ein intensiver Austausch von Unterlagen und Briefen. Auch von Seiten der Stadt Wolfratshausen wurde in den fernen Osten Bereitschaft für die Partnerschaft signalisiert. Der Festausschuss aus Iruma unter der Leitung von Bürgermeister Mizumura besuchte schließlich vom 10.-17.Mai 1986 Wolfratshausen. Die Gäste waren – so das damalige Protokoll – von Wolfratshausen begeistert. Bürgermeister Brockard, der die japanischen Gäste empfing und betreute, drückte sich bei diesem ersten Besuch noch diplomatisch aus: "Obwohl die beiden Städte Unterschiede in der Größe und in der wirtschaftlichen Struktur aufweisen, halte auch ich eine Vertiefung der freundschaftlichen Beziehungen für sinnvoll." Schließlich musste Bürgermeister Brockard noch die Zustimmung des Wolfratshauser Stadtrates abwarten. Die Signale aus Wolfratshausen waren aber positiv.
Besuch in Iruma
Bei einem ersten Besuch in Iruma anlässlich des 20jährigen Stadtjubiläums konnte Bürgermeister Brockard am 1.November 1986 der Stadt Iruma offiziell mitteilen, dass ein Freundschaftsvertrag zwischen den beiden Städten abgeschlossen werden soll. Der Vertrag wurde ausgearbeitet, verbessert, konkretisiert und ergänzt und letztendlich von den beiden Stadträten beschlossen. Der Stadtrat der Stadt Wolfratshausen stimmte am 10.Juni 1987, der von der Stadt Iruma im September 1987 zu.
Zur feierlichen Unterzeichnung lud Bürgermeister Erich Brockard seinen Amtskollegen Mizumura, den Vorsitzenden des Stadtrates von Iruma, Masuko und den zuständigen Abteilungsleiter Kinoshita – jetzt 1.Bürgermeister der Stadt Iruma – nach Wolfratshausen ein. Im Rathaus von Wolfratshausen wurde der Vertrag am 14.Oktober 1987 in Anwesenheit von über 70 Gästen feierlich unterzeichnet.
Anfänglich belächelt und als "wenig austauschfähig" abgetan, entwickelte sich die Städtepartnerschaft zu einer lebendigen Freundschaft. Seit 1991 vergeht kein größeres Stadtfest in Iruma oder in Wolfratshausen ohne die Freunde aus der jeweiligen Schwesterstadt. Ob ILOGA, Kulturtage, Jugendaustausch, Stadtjubiläum – immer sind Gäste aus Japan in Wolfratshausen herzlich willkommen. Aber auch Wolfratshauser beleben die Feierlichkeiten in ihrer Partnerstadt mit kulturellen, sportlichen oder wirtschaftsfördernden Beiträgen. Bürger, Trachtenverein, Stadtkapelle, Konzertverein Isartal, Sportgruppen, Wirtschaftsverbände, Stadtrats- und Verwaltungsdelegationen waren schon zu Gast im fernen Japan.

Besonders stolz sind beide Städte auf den jährlich stattfindenden Jugendaustausch, der unter Bürgermeister Kinoshita und Bürgermeister Finsterwalder ins Leben gerufen wurde. Über 100 Jugendliche haben an dem Austauschprogramm, das von beiden Städten auch finanziell unterstützt wird, inzwischen teilgenommen.
Im Zuge des partnerschaftlichen Austausches hatten im Jahr 2001 bereits über 200 Wolfratshauser Bürger Iruma besucht. Wie sagte ein Mitglied des Komitees für Internationale Zusammenarbeit in Iruma: "Unser Mandoh-Fest (ein Laternenfest mit jährlich über 70.000 Besuchern) ohne unser Wolfratshausen ist für uns undenkbar!" zur Homepage der Stadt Iruma
So soll es bleiben.


Unter der Schirmherrschaft des 1. Bürgermeisters Helmut Forster, findet am 17. Oktober 2010 der...
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