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Geschichte

800 Jahre Flößerei in Wolfratshausen

Das Handwerk der Flößer ist mit der Geschichte von Wolfratshausen eng verwurzelt. Schon 1440 bestand eine Flößerordnung und Wolfratshausen war seitdem ein zentraler Umschlagplatz für Flöße. Baumaterialien und große Lasten wurden auf Loisach und Isar bis München, über Inn und Donau weiter bis Wien und sogar bis zum Schwarzen Meer gebracht. Solange es noch keine Dampfmaschinen für Schifffahrt und Eisenbahn gab und der Benzinmotor noch keine Autos antrieb, galt das Floß auf Isar und Loisach als schnellstes und billigstes Transportmittel.

 

Der Bedarf an Holzlieferungen stieg vor allem wegen der wachsenden Bautätigkeit ab dem 13. Jahrhundert in München an. So wurde das Holz zum Bau der Münchner Frauenkirche mit 1.400 Flößen aus dem Isarwinkel und dem Werdenfelser Land nach München geschafft. Zur Weltausstellung in Wien erfolgte im Jahr 1904 der Transport einer großen Brauerei-Sudpfanne. Von Lenggries und Garmisch wurden auch Kalk, Gips, Kreide sowie importierte Wolle, Seide und Rosinen befördert. Ende des 17. Jahrhunderts wurde ein regelmäßiger Personen- und Güterverkehr eingeführt. Nach einem Fahrplan aus dem Jahr 1854 fuhr jeden Montag ein Floß ab nach Landshut, Passau, Linz und Wien. Den Höhepunkt erreichte das Handwerk Mitte des 19. Jahrhunderts, als jährlich 5.800 Flöße die Wolfratshauser Lände passierten.

 

Mit dem Ausbau der Straßen ging die Nutzung der Floße immer mehr zurück. Die Isartalbahn, die 1891 zwischen München und Wolfratshausen in Betrieb ging, ersetzte letztendlich das Floß als Transportmittel. 1922 fuhr das letzte Floß von Wallgau nach München. Dafür erlebte die Floßfahrt ab 1903 ein Comeback als Vergnügungsfahrt. In Erinnerung an seine bewegte Geschichte und als Wahrzeichen für die heute noch gelebte Flößertradition nennt sich Wolfratshausen „Die Flößerstadt“.

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