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Historische Innenstadt

1000 Jahre Stadtgeschichte

2003 feierte Wolfratshausen ihr 1000jähriges Bestehen. Bei einem Stadtrundgang können Sie die historischen Gebäude der Altstadt, wie die 1484 erbaute Pfarrkirche St. Andreas, den Humpelbräu oder die mit sprechenden Namen versehenen Handwerkerhäuser kennenlernen. Der aufmerksame Besucher entdeckt die hübsch gestalteten Schilder an den Häusern, welche Details zur Geschichte der jeweiligen Gebäude verraten. Der Historienpfad beschreibt bei einem kurzweiligen Spaziergang die tausendjährige Geschichte der Stadt und ihrer Bewohner.

Rathaus

Das dreigeschossige Gebäude mit Neurenaissancegiebel prägt zusammen mit der schräg gegenüber liegenden katholischen Stadtpfarrkirche St. Andreas den Marienplatz. Im Rathaushof steht das Wappentier der Stadt: der in Bronze gegossene Wolf. Vier Bronzewappen, ebenfalls von dem von dem bei Wolfratshausen lebenden Künstler Hans Kastler geschaffen, schmücken seit dem 1000jährigen Geburtstag von Wolfratshausen den Rathausinnenhof.

Kirchen

Stadtpfarrkirche St. Andreas

Das Wahrzeichen von Wolfratshausen, die katholische Stadtpfarrkirche, wurde im Jahr 1484 erbaut und nach einem Brand 1626 wieder aufgebaut. Sie ist eine dreischiffige Hallenkirche mit doppelter Westempore. Den Innenraum schmückt ein prunkvoller, aus der Blütezeit des Kunsthandwerks in Wolfratshausen stammender Hochaltar (1659-1661).

 

Evangelische Kirche St. Michael
Die evangelische Kirche im neoromanischen Stil beruht auf Grundrissen des Wolfratshauser Malers Hermann Neuhaus und wurde 1908/09 vom renommierten Münchner Architekt Theodor Fischer errichtet. Der Chor ist halbrund gestaltet und von einem Säulenumgang mit rundbogigen Arkaden umgeben, dessen unterschiedlich ornamentierte Kapitelle bemerkenswert sind. Die einst reiche Ausmalung wurde von Hermann Neuhaus durchgeführt.

Die bronzene Maria

Die Statue des Penzberger Künstlers Anton Ferstl ist bei der Marienbrücke in Richtung „Pupplinger Au“ aufgestellt. Die mädchenhafte Gestalt  der jungen Mutter mit kurzem Kleid, das spielende Jesuskind auf ihrem Schoß stehend, gab Anlass zu einem heftigen Glaubenskrieg, der durch alle Medien ging.

Illustre Bewohner in der Geschichte Wolfratshausens

Wolfratshausen war wegen seiner Lage an der Hauptstraße, die über den Kesselberg bis nach Italien führte, Raststätte bedeutender Persönlichkeiten. So zelebrierte Papst Pius VI. 1782 in der Pfarrkirche von Wolfratshausen eine hl. Messe und Johann Wolfgang von Goethe machte 1786 auf seiner Italienreise im Wolfratshauser Postbräu halt. Bekannter Stadtbürger aus dem Jahr 1529 war der Richter und Landpfleger Hans Urmiller, dessen Portrait den alten 50 DM-Schein zierte.

 

Mit der Inbetriebnahme der Isartalbahn 1892 erlebte Wolfratshausen einen ungeahnten Anstieg des Wohnwertes. Wohlhabende Anwohner und Bürger aus München, Literaten, Künstler und Wissenschaftler bauten sich ihre Villen und noble Landhäuser und machten den Bergwald zum Schauplatz des gesellschaftlichen Lebens. So zogen der Zeichner, Maler und Lithograph Felix Bockhorni, der Dichter und Schriftsteller Ernst Wiechert und der Porträtist und Kunstmaler Richard Wagner nach Wolfratshausen. Am Wolfratshauser Berg ließ sich der Maler Hermann Neuhaus nieder, der die evangelische Kirche mit Fresken schmückte. Auch Rainer Maria Rilke hielt sich im Sommer 1897 längere Zeit in Wolfratshausen auf.

 

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