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Kultur und Corona

"Die Kultur steht still - aber sie schläft nicht."

Pandemie und Publikum - das passt nicht zusammen. Für Kulturschaffende und alle, die kulturelle Veranstaltungen organisieren und mit ihren Dienstleistungen erst möglich machen, ist das Jahr 2020 ein verlorenes Jahr. Die Kulturmanagerin der Stadt Wolfratshausen, Marlene Schretzenmaier, spricht im Interview darüber, wie sich die Arbeit für ihr Team verändert hat. Dennoch blickt sie hoffnungsvoll nach vorne.

Frau Schretzenmaier, das Jahr 2020 stellte Kulturschaffende vor sehr große Herausforderungen. Wie geht das Kulturamt mit der Situation um?

Marlene Schretzenmaier: Aktuell besteht für die Kulturszene ein Veranstaltungsverbot. Daran halten wir uns natürlich. Die Kultur steht im Moment zwar still, aber sie schläft nicht. Wir können nur abwarten und hoffen, dass die Impfung so schnell wie möglich viele Menschen erreicht, damit wir wieder alle gemeinsam kulturelle Veranstaltungen genießen können.


Was macht die Kulturabteilung der Stadt, wenn nichts stattfindet?

Marlene Schretzenmaier: Wir sind damit beschäftigt, Ersatztermine zu organisieren für Veranstaltungen, die für Januar und Februar geplant waren. Als wir die Termine im Sommer organisierten, hatten wir die Hoffnung, dass wir im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen Veranstaltungen mit sicheren Hygienekonzepten durchführen können. Das ist im Moment leider nicht möglich.

Ansonsten beschäftigen wir uns mit dem Tagesgeschäft. Dazu gehören die jährlichen Zuschussbescheide, die Sicherheitsüberprüfungen sämtlicher Statuen und Denkmäler in der Stadt. Wir kümmern uns um Sponsorenakquise, Pressearbeit und erstellen Konzepte für Alternativ-Veranstaltungen, um nur einige Aufgaben zu nennen.


Eine Absage nach der anderen – wie geht es Ihnen als Kulturmanagerin damit?

Marlene Schretzenmaier: Jede Absage schmerzt unser Team aber es ist auch schmerzlich für die Besucher. Wirtschaftlich hart trifft es jedoch die Künstlerinnen und Künstler sowie die zahlreichen Dienstleister. An einer Veranstaltung sind viele Leistungserbringer beteiligt, wie Bühnentechnik, Security, Catering, Location, Print- und Online- Marketing, Agenturen und Ticketshops.


Worauf können wir uns 2021 freuen – gibt es ein Highlight?

Marlene Schretzenmaier: Neben anderen tollen Veranstaltungen ist in diesem Jahr das Wirtefest geplant und auch eine Eisfläche soll es wieder geben. Davor kommt aber das Highlight des Jahres, auf das ich mich sehr freue: Das Fluss Festival, das bereits zum 5. Mal stattfinden wird. Im Programm ist für jeden etwas dabei. Eine bunte Mischung aus Künstlerinnen und Künstlern wird für gute Unterhaltung sorgen. Darunter auch einige bekannte Lokalmatadore, die wir gewinnen konnten. Und einen gemütlichen Frühshoppen haben wir auch. Außerdem ist eine Premiere geplant: Zum erstem Mal wird es beim Fluss Festival ein Public Viewing geben. Die EM wurde auf dieses Jahr verschoben – das Finale werden wir als Liveübertragung an der alten Floßlände zeigen.


Was hat sich bei der Organisation von Veranstaltungen verändert?

Marlene Schretzenmaier: Durch Corona sind wir in Zukunft gezwungen, bestimmte Spielregeln einzuhalten. Beim Fluss Festival betrifft es die komplette Infrastruktur. Daher haben wir das Konzept im Hinblick auf die Einschränkungen umgestaltet. Bis zum Aufbau wird das ein Spagat. Aber das gefällt mir auch an meiner Aufgabe – wir müssen flexibel bleiben und dementsprechend planen und agieren. Wahrscheinlich werden wir auch im Sommer mit Mindestabstand und Maskenpflicht umgehen müssen. Das Fluss Festival wird wie immer im Juli draußen stattfinden, das ist ein weiterer Vorteil im Hinblick auf Corona. Es wird aber auch eine Überdachung geben, damit ein Regenschauer die Stimmung nicht gefährdet.


Kann man schon Karten kaufen?

Marlene Schretzenmaier: Ja, man kann jetzt schon Karten kaufen auf der Internetseite des Fluss Festivals. Die Besucher tragen kein Risiko: Sollte das Fluss Festival nicht stattfinden können, bekommt jeder Besucher sein Geld zurück. Wer sich früh entscheidet, wird belohnt: Im Moment können wir nur mit der Hälfte an Karten in den Verkauf gehen. Sobald der Lockdown vorbei ist, werden sich die Leute bestimmt auf die Tickets stürzen.